Mittwoch, 1. März 2017

[Buch-Rezension] Blumen für Algernon

   Blumen für Algernon
Daniel Keyes
Klappenbroschur: 299 Seiten
Verlag: Klett-Cotta
Sprache: Deutsch
Originaltitel: Flowers for Algernon
ISBN: 9783608960297
Preis: 14,95€

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Charlie Gordon, ursprünglich kaum des Lesens mächtig, ist zu Forschungszwecken operiert worden und entwickelt eine überragende Intelligenz; schließlich überflügelt er intellektuell und fachlich sogar die Professoren, die das Experiment leiten. Zu seinen Freunden zählt die Maus Algernon - das erste Lebewesen, das mit derselben Methode erfolgreich behandelt wurde.
(Quelle)

Cover/Aufmachung
  Für mich als Ratten- und Mäuseliebhaberin war das Cover natürlich ein absoluter Augenschmaus. Und nicht "nur", dass es mich optisch anspricht, mag ich den Bezug zu der hier erzählten Geschichte.

Inhalt/Geschichte
  Charlie Gordon ist außergewöhnlich. So zumindest wird der 32jährige betitelt. Charlie kann nicht richtig lesen und schreiben und versteht die Welt um sich herum oft nicht. Mit einem IQ von 68 ist er wahrlich nicht der Klügste - und dabei möchte er doch unbedingt intelgent werden! Als erster Mensch soll Charlie nun einer Operation unterzogen werden, welche seine geistigen Fähigkeiten steigern soll. Bisher wurde dieser Versuch nur an einem einzigen Tier mit dauerhaftem Erfolg durchgeführt: an der Maus Algernon. Wie toll wäre es, wenn er, Charlie, auch so intelgent werden könnte die Algernon!
  Schon bald nach der Operation stellen sich erste Veränderungen ein - Charlie beginnt, Grammatik und Rechtschreibung zu verstehen, lernt andere Sprachen. Innerhalb kürzester Zeit ist Charlie intelligenter als die meisten Menschen und kurz darauf hat er selbst die Professoren überflügelt. Doch mit der neuen Intelligenz kommen auch neue Probleme auf Charlie zu und er beginnt, sein bisheriges Leben zu analysieren und zu verstehen. 
  Doch nicht nur seine Vergangenheit wirft Schatten auf sein jetziges Leben. Die Zeichen, die er bei Algernon erkennen kann, lassen auch für seine Zukunft nichts Gutes ahnen. 

Was zunächst eine simple Geschichte ist, entpuppt sich als vielschichtiger Science-Fiction-Roman, der den Leser zum Nach- und Mitdenken anregt und sicherlich auch für ein wiederholtes Lesevergnügen sorgen kann. Charlie auf seiner emotionalen und intelektuellen Reise und Entwicklung zu begleiten hat bei mir einen tiefen Eindruck hinterlassen. Was mich zunächst an dem Buch schreckte (nämlich der zunächst doch recht anstrengende Schreibstil) erscheint mir jetzt, da ich das Buch beendet habe, als ein wundervolles "Detail", das uns näher an die beiden Charlies herankommen lässt.

Die Verfilmung des Buches ist mir bisher nicht bekannt, allerdings bin ich mir sicher, dass ich es mir nicht nehmen lassen werde, diese zu sehen. 

Gerade die emotionale Entwicklung hat mich immens beeindruckt und interessiert. Was für uns als Leser von Charlies Berichten absolut klar und verständlich erscheint war für die Personen in seinem Umfeld mitunter nicht ganz so durchsichtig. Zu entdecken, unter welchen Umständen Charlie aufwuchs, mit welchen Problemen und Schwierigkeiten er sich konfrontiert sieht, hat das Potential, die Sichtweise des Ein oder Anderen dauerhaft zu ändern..
 
Charaktere
  Obwohl Algernon unser "Titelheld" ist, nimmt er Recht wenig Platz in diesem Buch ein. Wir begleiten Charlie auf seiner Reise vom Schwachsinnigen zum Genie, mit all den Schwierigkeiten und Problemen, die sich ihm damit ergeben. Angefangen bei Menschen, die er einst für Freunde hielt darüber, dass er sich intelektuell zu weit von den Menschen in seinem Umfeld entfernt und so keinen Bezug mehr finden kann. Dass Intelligenz ihn von den Menschen entfremdet, war das letzte, was er sich gewünscht hat. Im Gegenteil hatte Charlie stets die Hoffnung, dass die Menschen ihn mehr mögen würden, sobald er intelgent ist. 
  
Sich mit Charlie emotional zu verständigen ist kein Problem für den Leser. Obwohl seine Entwicklung unheimlich rasant voranschreitet, ist er dem Leser durch seine Fortschrittsberichte stets nah(bar) geblieben. 


Schreibstil/Übersetzung
Zunächst einmal sei erwähnt, dass das Buch nicht leicht zu lesen ist. Ganz abgesehen von der doch recht schwierigen Geschichte hat sich auch Charlies Schreibstil geändert. Der Autor schafft es, uns Charlies intelektuellen Zustand durch dessen Sprache mitzuteilen. Zu Beginn hatte ich wirklich Probleme mit Charlies Einträgen, ermüdete schnell. Das ging aber schnell vorbei und wenn man sich durch die ersten 40-50 Seiten durchgebissen hat, wird das Buch deutlich leichter und angenehmer zu lesen. Und obwohl (oder gerade weil?) die Wörter kaum mehr etwas mit ihrer eigentlichen Schreibweise gemein haben, war es nicht störend, nur anstrengend, diese Seiten zu lesen.
 


Ein Buch, dass nicht zu Unrecht seinen Status trägt und das ich einem jeden empfehlen möchte. Lesen. Unbedingt.



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