Dienstag, 21. November 2017

[Buch-Rezension] Die Seelen von London

   Die Seelen von London
A. K. Benedict
Klappenbroschur: 400 Seiten
Verlag: Droemer Knaur
Sprache: Deutsch
Originaltitel: "Jonathan Dark or the Evidence of Ghosts"

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Vielen lieben Dank an Droemer Knaur für dieses Rezensionsexemplar!
Glauben Sie an Geister?

Nein? Dann geht es Ihnen wie Detective Inspector Jonathan Dark, der in London einen Frauenmörder jagt. Gerade erst hat das potentielle Opfer, die blinde Maria, bei einer ihrer "Schatzsuchen" im Schlamm der Themse einen menschlichen Finger gefunden. Darauf ein gelber Diamantring und eine Botschaft in Braille-Schrift: "Willst du mich heiraten, Maria?"
Wenn Jonathan Dark Maria retten will, muss er lernen, seiner Intuition zu vertrauen. Und den Seelen, die unsichtbar zwischen den Lebenden wandeln und ihre ganz eigenen Rachepläne hegen.

Cover/Aufmachung
  Dieses Cover ist mir in der Vorschau sofort ins Auge gesprungen und hat meinen persönlichen Sinn für Ästhetik angesprochen. Das schwarz mit dem wirklich giftigen Grün hat mich sofort neugierig gemacht. Der Titel hat sein Übriges dazu getan und dass schließlich der Klappentext noch überzeugen konnte, hat das Buch für mich zu einem "Will ich haben"-Titel gemacht.
  Außerdem möchte ich gern noch auf die tollen Klappen aufmerksam machen - wirklich hübsch - und auch die Kapitelaufmachungen, gegliedert in die einzelnen Tage, ist wirklich gut gelungen.


Inhalt/Geschichte

  Maria ist blind. Oder besser: sie WAR blind. Und doch weigert sie sich, ihre Augenbinde abzunehmen und ihre wiedergewonnene Sehkraft einzusetzen. Deshalb erkennt sie auch nicht sofort, was genau ihr Stalker ihr an ihrer "Schlammgründlerstelle" als Überraschung hinterlassen hat: Einen abgeschnittenen Finger, an dem ein gelber Diamantring hängt.
Natürlich ruft sie die Polizei, die sofort die Ermittlungen einleitet und dabei Parallelen nicht nur zu einem anderen Fall, sondern auch zu einem die Stadt umspannenden Verbrechersyndikat zieht.
  Nicht nur ist dieser Fall zieht an DI Darks Nerven - auch Jonathans Privatleben ist weit weg davon, perfekt zu sein. Und zu allem Überfluss scheint er in dem Haus, das er nun hütet, auch noch regelmäßig unschönen Besuch zu bekommen - oder nicht?
Egal, was ihn da um den Verstand zu bringen versucht, er muss sich auf den Fall konzentrieren - denn Maria hat nur eine Woche Zeit.

Das Buch liegt nun schon einige Zeit bei mir, da ich bisher einfach nicht die Muse fand, mich mit dem Thema auseinander zu setzen. Nun aber habe ich es mir vorgenommen und kann sagen, dass ich es nicht bereue. Auf den ersten Seiten war ich noch wirklich entsetzt, da ich - warum auch immer - im Kopf hatte, dass es sich hierbei um ein Jugendbuch handelt. Kleiner Spoiler: ist es definitiv NICHT.
  Ein schöner Genremix irgendwo zwischen Thriller und "Fantasy", der mich gefangen nehmen konnte und mich nun umso neugieriger auf London gemacht hat. Die beiden Erzählstränge sind in angenehmer Ausführlichkeit geschildert, könnten allerdings ein wenig mehr oder flüssigere Verflechtung gebrauchen. Diese wirkt an manchen Stellen etwas erzwungen, ist aber insgesamt recht gut gelungen.
  Die Auflösung des Buches kam für mich zeitgleich überraschend und verwirrend. Um Spoiler zu vermeiden, kann ich das leider nicht weiter ausführen.
  Wir haben Teil am langsam fortschreitenden, psychischen Verfall von Johnathan ebenso wie wir Einblicke in Marias Gedankenwelt bekommen. Diese erscheint mir mitunter vielleicht etwas zu heldenhaft, was aber nur sehr bedingt störend aufgefallen ist. 

Das Buch lässt die Möglichkeit eines nachfolgenden Buches offen, auch wenn der Fall mit Maria in sich geschlossen ist. Ich für meinen Teil wäre einem Nachfolgeband nicht abgeneigt und würde vermutlich auch dieses lesen, mir allerdings etwas mehr Inklusion der Geistersache wünschen. 


Ein überraschendes Buch, das mich trotz kleinerer Schwächen von sich überzeugen konnte.


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